Heiße Pizzalieferung

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Luomo48 yrs
Es war ein kühler Herbstabend und die Straßenlaternen warfen ein sanftes, orangefarbenes Licht durch das Fenster meines Wohnzimmers. Ich saß in meinem alten Ledersessel und hielt ein Glas Rotwein in der Hand, als die Türklingel schrillte. Ich hatte fast vergessen, dass ich eine Pizza bestellt hatte – einen kleinen Luxus, den ich mir hin und wieder gönnte, seitdem das Alleinsein zur Gewohnheit geworden war.

Langsam erhob ich mich – meine Gelenke knackten leise – und schlurfte zur Tür. Als ich die Tür öffnete, stand ein junger Mann vor mir, vielleicht Mitte zwanzig, mit dunklem, lockigem Haar und Augen, die wie polierte Obsidiane glänzten. Er lächelte schüchtern, beinah entschuldigend, als er mir die Pizzaschachtel entgegenhielt. „Ihre Bestellung, Herr“, sagte er mit einem leichten Akzent, der sich wie eine warme Brise anhörte – fremd und doch vertraut.

„Danke“, murmelte ich, während ich die Schachtel entgegennahm. Meine Finger streiften seine, nur für einen Moment, und ich spürte ein Kribbeln, das ich seit Jahren nicht mehr gespürt hatte. Er trug ein einfaches schwarzes T-Shirt, das sich eng an seinen schlanken, aber muskulösen Oberkörper schmiegte. Der Duft von frischem Basilikum und warmem Teig mischte sich mit etwas anderem – seinem Geruch, erdig und lebendig.

„Kalt heute, nicht?“, sagte ich, um die Stille zu brechen. Meine Stimme klang rauer als beabsichtigt. Er nickte, rieb sich die Hände und blies leicht hinein, um sie zu wärmen. „Ja, aber ich bin’s gewohnt. Die Nächte in Damaskus waren kälter.“ Seine Worte waren beiläufig, aber sie trugen eine Geschichte in sich, die ich plötzlich kennen wollte.

„Willst du kurz reinkommen? Aufwärmen?“, fragte ich, bevor ich es mir anders überlegen konnte. Meine Wangen wurden warm und ich hoffte, das Dämmerlicht würde es verbergen. Er zögerte, musterte mich kurz mit seinen dunklen Augen, als ob er abschätzte, ob ich harmlos war oder etwas anderes im Sinn hatte. Dann zuckte er die Schultern, trat ein und die Tür fiel leise hinter ihm ins Schloss.

Im Flur war es warm, das Licht weich. Ich bot ihm einen Stuhl an, doch er lehnte sich lässig gegen die Wand, die Pizzaschachtel immer noch in der Hand, als wäre sie ein Schutzschild. „Nur kurz“, sagte er, aber sein Blick wanderte neugierig und fast herausfordernd über mich. Ich war alt genug, um sein Vater zu sein, und doch fühlte ich mich in diesem Moment lebendiger als je zuvor.

„Wie heißt du?“, fragte ich, während ich zwei Gläser aus dem Schrank holte und den Rotwein einschenkte, ohne zu fragen, ob er welchen wollte. „Amir“, antwortete er. Als er das Glas nahm, berührten sich unsere Finger erneut, dieses Mal länger. Seine Haut war warm und weich, und ich bemerkte, wie mein Herz schneller schlug.

„Amir“, wiederholte ich, als würde allein der Name schon etwas in mir freisetzen. Ich trat einen Schritt näher, meine Hand ruhte leicht auf seiner Schulter, als wollte ich ihn beruhigen. Aber da war mehr – eine Spannung, die die Luft zwischen uns knistern ließ. Seine Augen weiteten sich leicht, aber er wich nicht zurück. Stattdessen lehnte er sich ein wenig näher, und seine Lippen öffneten sich kaum merklich.

„Du bist nicht wie die anderen Kunden“, sagte er leise, beinahe ein Flüstern. Ich lächelte, meine Hand glitt langsam seinen Arm hinunter und ich spürte die Wärme seiner Haut durch den Stoff. „Und du bist nicht wie die anderen Fahrer“, antwortete ich mit tiefer, rauer Stimme.

Für einen Moment standen wir da, nur wenige Zentimeter voneinander entfernt, die Welt draußen vergessend. Dann, als hätte sich eine unsichtbare Grenze aufgelöst, beugte ich mich vor und er ließ es zu. Unsere Lippen trafen sich, zunächst zögerlich, dann immer hungriger, als hätten wir beide etwas gefunden, das wir nicht gesucht hatten. Die Pizzaschachtel fiel zu Boden, unbeachtet, während meine Hände seinen Rücken hinunterwanderten und er sich enger an mich drückte.
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Luomo48 yrs
Die Wärme seines Körpers gegen meinen fühlte sich an wie ein Feuer, das ich längst erloschen geglaubt hatte. Amirs Atem ging schneller, sein Kuss wurde fordernder, und ich spürte, wie meine eigenen Hände mutiger wurden, über die Konturen seines Rückens glitten, die straffe Haut unter dem dünnen Stoff ertasteten. Die Welt schrumpfte auf diesen einen Moment, diesen engen Flur, in dem nur wir zwei existierten.

Ich löste mich kurz, um Luft zu holen, und sah in seine Augen – sie funkelten, nicht mehr nur neugierig, sondern mit einer Mischung aus Verlangen und Unsicherheit. „Ist das okay?“, fragte ich, meine Stimme kaum mehr als ein Flüstern, weil ich plötzlich Angst hatte, die Magie dieses Augenblicks zu zerstören. Amir lächelte, ein kleines, fast schelmisches Lächeln, das die Falten in meinem Herzen glättete. „Mehr als okay“, murmelte er, und bevor ich antworten konnte, zog er mich wieder zu sich, seine Hände nun an meiner Hüfte, forsch und entschlossen.

Die Pizzaschachtel lag vergessen am Boden, der Duft von Teig und Tomatensoße mischte sich mit dem schweren Aroma des Rotweins und der elektrischen Spannung zwischen uns. Ich führte ihn langsam ins Wohnzimmer, meine Hand in seiner, als ob ich ihn nicht loslassen wollte – und vielleicht wollte ich das auch nicht. Das Licht der alten Stehlampe tauchte den Raum in ein warmes Gold, und als wir uns auf das abgenutzte Sofa sinken ließen, fühlte es sich an, als hätte dieser Moment schon immer kommen müssen.
„Du machst das oft?“, fragte er plötzlich, ein spielerischer Unterton in seiner Stimme, aber seine Augen suchten in meinen nach etwas Tieferem. Ich lachte leise, schüttelte den Kopf. „Nein, Amir. Das ist… neu.“ Meine Ehrlichkeit überraschte mich selbst, aber da war etwas an ihm, das mich entwaffnete. Vielleicht war es die Art, wie er mich ansah, ohne Urteil, ohne die Jahre zwischen uns zu zählen.

Er rückte näher, seine Hand fand meinen Nacken, und seine Finger spielten mit den grauen Strähnen an meinem Haaransatz. „Gut“, sagte er, fast triumphierend, und küsste mich erneut, diesmal langsamer, als wollte er jeden Moment auskosten. Meine Hände fanden den Saum seines Shirts, zögerten kurz, bevor ich es vorsichtig nach oben schob. Seine Haut war warm, glatt, und ich spürte die Muskeln darunter, die sich bei jeder meiner Berührungen leicht anspannten.

„Du bist mutiger, als du aussiehst“, flüsterte er gegen meine Lippen, und ich konnte das Lächeln in seiner Stimme hören. „Und du bist schöner, als du ahnst“, antwortete ich, meine Worte ehrlicher, als ich es je für möglich gehalten hätte. In diesem Moment war ich nicht der alte Mann, der allein in einem zu großen Haus lebte – ich war einfach ein Mann, der begehrte, der lebte.

Unsere Bewegungen wurden drängender, die Zeit verschwamm. Seine Hände erkundeten mich, neugierig, aber nicht hastig, während meine Finger die Geschichten seiner Haut lasen – kleine Narben, die ich mir vorstellte, aus einem Leben voller Flucht und Neuanfang stammten. Wir sprachen nicht viel, aber unsere Berührungen sagten alles, was Worte nicht konnten.

Irgendwann, als der Rausch des Moments nachließ, lagen wir eng umschlungen auf dem Sofa, sein Kopf an meiner Brust, mein Herzschlag ein leises Echo unter seiner Wange. „Ich muss bald zurück“, murmelte er...
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Luomo48 yrs
„Ich weiß“, sagte ich und strich ihm mit den Fingern durch das Haar. „Aber nicht jetzt.“

Die Minuten vergingen. Schließlich richtete Amir sich auf, seine Augen suchten meine und ein sanftes Lächeln spielte um seine Lippen. „Ich sollte gehen“, sagte er diesmal ernster. Ich nickte, obwohl ein Teil von mir ihn bitten wollte, zu bleiben. Wir erhoben uns und ich begleitete ihn zurück zur Tür. Die Pizzaschachtel lag immer noch achtlos auf dem Boden.

„Warte“, sagte ich, als er seine Jacke anzog. Ich griff in meine Hosentasche und zog mein Portemonnaie heraus. Die Rechnung für die Pizza war im Vergleich zu dem, was dieser Abend für mich bedeutet hatte, lächerlich gering. Ich zog einen Fünfzig-Euro-Schein hervor, dann noch einen und drückte sie ihm in die Hand. „Für dich“, sagte ich leise und hielt dabei seinen Blick. „Das ist … viel zu viel“, protestierte er, doch ich schüttelte den Kopf. „Es ist nicht nur für die Pizza“, murmelte ich und ein wissendes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus.

Er steckte das Geld ein, und seine Finger verweilten kurz auf meinen. „Vielleicht sehen wir uns wieder“, sagte er und es klang wie ein Versprechen. „Ich hoffe es“, antwortete ich. Mit einem letzten Blick, der sich zugleich wie Abschied und Anfang anfühlte, trat er hinaus in die kalte Nacht.

Ich schloss die Tür, lehnte mich dagegen und atmete tief durch. Die Pizza war kalt, der Wein halb ausgetrunken, aber in meinem Herzen brannte ein Feuer, von dem ich nicht mehr gedacht hatte, dass es noch einmal entflammen würde...
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T***h
eine wunderschön geschriebene Geschichte, so voller Gefühle und sexuell nicht ausschweifend. Da wird einem warm ums Herz....
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